
Aika kenne ich nun schon lange. -Sehr lange.
Und abgesehen davon, dass sie mir in all den Jahren fest ans Herz gewachsen ist, wurde sie für mich und meine KollegInnen irgendwann auch zu einer Art Symbol. Zu einem Symbol dafür, dass es sich eben doch lohnt nicht vorschnell aufzugeben, sie ist für uns alle zu so etwas wie zu einer tierischen Verkörperung für Durchhaltevermögen, Lebensprüfung und aber auch von Lebensfreude geworden.

Die Vergehen gegen das Tierschutz- und Naturschutzgesetz waren nicht gering. Die Kinder im Volksschulalter zerstörten Nester von Enten und zertrampelten deren Eier. Dass Strafen hier nichts gebracht hätten, war sowohl der Schuldirektorin, als auch den Eltern klar. Man fand gemeinsam mit dem Veterinäramt einen zielführenden Weg, zu dem nur gratuliert werden kann.

Es war schon spät, als vor wenigen Tagen die Nachricht von einem ausgesetzten Hund kam, der bereits Angst und Schrecken verbreitete. Die mittelgroße Hündin war an einem Eisengestell angebunden worden und hatte dieses mit aller Kraft vor den Eingang eines Lokals gezogen. Dort beschloss sie, niemanden an sich heranzulassen. Zähnefletschend passte sie auf, dass sich niemand getraute, das Lokal zu verlassen oder dass sich ihr sonst jemand näherte. Die inzwischen aufgeregt diskutierenden Zuschauer trugen noch weniger zur Beruhigung bei.

Tagelang wurde eine streunende Hündin in Scharnitz beobachtet, was am Land ja nichts Ungewöhnliches ist. Erst als beim heftigen Regen in der Nacht vor diesem Wochenende das Tier in der Früh bei eisiger Kälte völlig durchnässt vor einem Haus lag, wurde die schlimme Lage dieser Mischlingshündin erkannt. Sie wurde ins Haus geholt und gefüttert. Dabei zeigte sich erst, wie ausgehungert sie war. Anschließend fiel sie in einen tiefen und langen Schlaf.

Es waren kräftige Burschen, die einen kräftigen Hund an der Leine hatten. Einen Mischling, der bei Menschen zauberhaft und nett ist, aber keine anderen Hunde mag. Weil dieser Vierbeiner so friedlich und freundlich ist, war die Aufmerksamkeit zum Festhalten der Leine gering. Was dazu führte, dass der Hund beim Anblick meiner Ria mitsamt der Leine losspurtete.

Auch Tiere wollen fröhliche Menschen um sich haben. Das ist für die Mitarbeiterim Tierheim kaum möglich, wenn bei den Kleintieren durch Platzmangel die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht mehr erfüllt werden. Kaninchen und Co. sind in der Haltung oft benachteiligt, weil sie weder Furcht einjagen noch bellen, dafür von ihren Besitzern oft weniger beachtet werden. Dabei leiden sie genauso unter schlechter Haltung. Oft werden sie dann lieblos abgeschoben oder ausgesetzt.

Inzwischen hat die Unsitte, Tiere zu Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten oder Ostern zu verschenken, durch intensive Medienarbeit zum Erfolg geführt. Früher wurden Kinder zu Ostern oft mit Küken oder Hasenkindern beglücket. Womit das Lebewesen Tier zur Ware degradiert wurde und das Ende meist Tierheim hieß. Wenn es sich dann auch noch um ein Hasen-Pärchen handelte, so waren zehn und mehr Junge die Folge.


























