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Vor mir liegt ein grausliches Foto. Mitten im Wald im Außerfern am Lech blaue Plastiksäcke mit faulenden Tieren. Der Finder tippt auf Kaninchen, für mich waren das eher Katzen. Egal was es ist, in jedem Fall ist das kein Kavaliersdelikt, sondern auch strafbar.

Manchmal weiß ich nicht, ob ich feige oder nur vorsichtig bin. Jedenfalls endet bei mir das Vertrauen zu einem Hund, wenn es um die Gefährdung eines Babys geht. So gutmütig ein Tier auch sein mag, es ist unsere Aufgabe, Missverständnisse zu verhindern. Der Hund kann nicht immer zu 100 % wissen, was wir von ihm wollen. Wir sind verantwortlich dafür, dass tierische Gefühle richtig laufen.

Ein neuer Trend, bei dem sich Tierärzte selbst nicht einig sind, ist die Frühkastration bei Katzen, womit Katzenkinder schon ab sieben Wochen gemeint sind. Für einen Tierfreund sträubt sich alles dagegen, auch ich war bei der Meldung des ersten Falles einer so frühen Operation entsetzt. Jahrelang haben wir bei den weiblichen Tieren als optimalen Zeitpunkt der Kastration von ungefähr sechs Monaten gesprochen, jetzt wirft der schon länger anhaltende Trend aus den USA alles über den Haufen.

Soeben zeigte sich im Tierheim die Bedeutung der richtigen Anmeldung eines Hundes in der behördlichen Datenbank. Wobei dieses Mal die Vorbesitzerin froh war, dass der Vierbeiner durch Schlamperei noch auf ihren Namen lief. Bei Trennungen kommt es immer wieder zu Scheidungshunden. Es entstehen Situationen, die eine Tierhaltung unmöglich machen. Meist bei Frauen, die nach einer Halbtagsarbeit jetzt ganztägig berufstätig sind.

Es ist nicht gerade selbstverständlich, dass unsere Außendienstmitarbeiterin vom Einfangen der Katzen, welche sich nicht angreifen lassen, strahlend zurück kommt. Schuld daran war in diesen Tagen ein Bauer mit intensiver Pferdehaltung, bei dem eine Unmenge von Katzen herumschwirrt, welche jetzt zur Kastration eingefangen werden. Die vorbildliche Haltung auf diesem Hof betrifft nicht nur die Pferde, sondern auch die Katzen. Diese bekommen in edlen Schälchen, alle blitzsauber für jede Katze aufgefädelt, genügend Futter.

Auf Grund unserer Erlebnisse und unserer Arbeit sind meine Berichte meist unerfreulich.
Die vielen netten, kleinen Geschichten gehen dabei unter, was schade ist. Wie die häufigen Anrufe wegen kleiner Tiere, um die man sich sorgt. Oft braucht es nur eine Beratung, doch wenn das Tierchen Hilfe braucht, so sind viele Tierfreunde bereit, zum Tierarzt oder mit Vögeln in den Alpenzoo zu fahren. Sogar – wie geschehen - mit einem Igel von Kufstein bis Innsbruck ins Tierheim Mentlberg.

Tier-Messi – eine schreckliche Bezeichnung, die sich da eingebürgert hat. Bisher waren Messis jene Menschen, die in ihren Wohnungen immer mehr Müll und Unrat angesammelt haben. Tiere sind niemals Unrat, aber bei manchen Menschen anscheinend tatsächlich Sammelobjekt. Meist beginnt so eine Tieransammlung ganz harmlos, bis alles über den Kopf wächst und man eingreifen muss.

Vor mir liegt das Foto einer Katze, die Glück hatte. Ihr Kopf war eingepresst in eine leere Katzen-Futterdose. Bald wäre ihr die Luft ausgegangen, wenn nicht eine aufmerksame Tierfreundin das um sein Leben kämpfende Tier bemerkt und vom Alu-Gefängnis befreit hätte. Solche an Futterstellen aus Gedankenlosigkeit manchmal zurückgelassene Dosen sind auch schon Igeln zum Verhängnis geworden.

Derzeit kommen laufend Anfragen wegen angeblicher elternloser Krähenkinder. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine normale Situation, wie sie derzeit überall stattfindet. Wenn Rabenkinder aus dem Nest fallen, braucht es noch etliche Wochen, bis sie selbstständig werden. In dieser Zeit werden sie vorbildlich von ihren Eltern gefüttert und beschützt. Das bekommen besonders Tiere zu spüren, die sich so einem Vogelkind nähern. Zwei attackierende Rabenvögel sind alles andere als ungefährlich.

Mitmenschen ahnen selten, dass mir vor manchem Einsatz nur ein Stoßgebet hilft. Oft habe ich mich einem angeblich gefährlichem Hund genähert und diesen in Gedanken um Freundlichkeit angefleht. Mein Stoßgebet kann sich auch einfach um das Gelingen einer Aufgabe drehen. Wie beim Einfangen eines flugunfähigen Uhus, der in Innsbruck die Polizei schon über eine Stunde lang mit ständiger Ortsveränderung genervt hatte. Als ich mich ihm mit einer Decke langsam näherte, wurde ich vorerst belächelt.

Oft ist es zermürbend, verständlichen Ärger über rücksichtslose Hundehalter ausbaden zu müssen. Als wären wir als Tierschutzverein für den Charakter der Mitmenschen verantwortlich. Den können wir nicht ändern, aber unsere Bemühungen, zukünftigen Hundebesitzern ihre Verantwortung klar zu machen, lässt wieder einmal unsere Aufgaben wachsen.

Am Ostersamstag fuhr ein rotes Auto zum Recyclinghof in Untermieming. Der Fahrer blieb stehen und öffnete die Heckklappe, hinter der sich eine Kiste befand. Als der Mann die Kiste öffnete, war darin eine schwarz-weiße Katze zu sehen, die vom Autobesitzer weggescheucht wurde und unauffindbar weglief. Beobachtet wurde der Fall von einem Ehepaar, welches das Vorgehen entsetzt verfolgte.

Kaninchen sind Lebewesen und nicht unbedingt das passende Geschenk für Kinder zu Ostern. Zwar denkt man bei diesem Fest gerne an den Osterhasen, doch übernimmt man bei der Haltung echter Kaninchen eine Verantwortung für ein ganzes Tierleben. Gerade für Kinder eignen sich diese Tiere eher nicht, da sie Fluchttiere sind und sich nicht immer gerne angreifen lassen wollen.

Dieses Wochenende mit dem herrlichen - in diesem Jahr so kargen - Sonnenschein hat anscheinend die Gefühlswelt der Zimmervögel ziemlich durcheinander gebracht. Begonnen hat es schon am Samstag mit einem Nymphensittich, der seinen Besitzern sichtlich entflogen war. Irgendwann dürfte ihm die Freiheit unheimlich geworden sein und er beschloss, eine fremde Wohnung durch ein offenes Fenster zu erobern.

Der erste Igel, dessen Bau für den Winterschlaf nass geworden ist, wurde bereits aufgefunden. Zum Glück nicht tot, sondern hungrig und geschwächt herumirrend. Der diesjährige Winter bringt besondere Probleme: Die lange Kälte, die vor allem für jene Igel trifft, die im Herbst mit einer geringen Fettreserve in den Winterschlaf gegangen sind. Dazu bringt das kommende Tauwetter neue Gefahren mit sich.








