
Wie immer war der Jahreswechsel für uns von einem Wechselbad der Gefühle begleitet. Für mich das Schönste war das Finden einer Katze in einem großen Schneefeld, wo das Tier bereits seit mindestens acht Stunden lang saß und nicht weiterkonnte. Ich hatte schon den Verdacht, dass die Katze angefroren sei, was tatsächlich vorkommen kann. Zumal die Melderin der Meinung war, dass das Tier verletzt sei. Ich wurde zwar knurrend-drohend begrüßt, aber mit einer Decke war die Katze schnell eingewickelt und zum Tierarzt gebracht. Am nächsten Morgen war es eine Bäuerin, die über den Notruf ihre Katze suchte. Mieze ist achtzehn Jahre alt und blind und hatte sich einfach bis zur Erschöpfung verirrt. Es gab ein rührendes Wiedersehen.
Aufregend wie immer waren die durch Knallkörper versprengten Hunde. Wobei heuer auch ein Jagdhund dabei war, weil sein Besitzer der Meinung war, dass sein ausgebildeter Hund schussfest sei und sich vor Böllern nicht fürchten würde. Dagegen wirklich schlimm für mich war dann der erste Anruf im neuen Jahr. Zwei Hunde würden an einem Bahndamm liegen. In Wahrheit war es dann ein großer Hund, der vom Zug in zwei Teile gerissen worden war. Wenigstens musste dieser Vierbeiner nicht leiden.
Gut versorgt sind im Tierheim eine etwas mollige Berner Sennen-Hündin und eine sehr große Golden-Retriever-Hündin. Wir verstehen zwar nicht, warum diese beiden Hunde bei uns nicht gesucht werden, hoffen aber, dass sich noch deren Besitzer melden und eine nachvollziehbare Erklärung dafür haben, dass bei uns nicht gefragt wurde.








