
Dieses Wochenende mit dem herrlichen - in diesem Jahr so kargen - Sonnenschein hat anscheinend die Gefühlswelt der Zimmervögel ziemlich durcheinander gebracht. Begonnen hat es schon am Samstag mit einem Nymphensittich, der seinen Besitzern sichtlich entflogen war. Irgendwann dürfte ihm die Freiheit unheimlich geworden sein und er beschloss, eine fremde Wohnung durch ein offenes Fenster zu erobern.
Die Familie fand das anfangs recht nett, aber als sie merkte, dass sich der Vogel keineswegs einfangen lassen wollte, wurde um Rat gebeten. Nachdem ich selbst keine erfolgreiche Vogelfängerin bin, konnte ich nur auf meine Erfahrung zurückgreifen. Nämlich einen Käfig im Tierheim ausleihen und warten, bis der Vogel irgendwann drinnen sitzt. Was dieser Nymphensittich am nächsten Morgen auch tat. Er waren dann an diesem Sonntag noch etliche andere Zimmervögel, die ins Tierheim kamen.
Viele Vögel in Haushalten haben keinen einzigen Käfig, sondern können in einer Wohnung frei herumfliegen. Sie fühlen sich so wohl, dass manche Wohnungsbesitzer nicht einmal merken, wenn an versteckten Plätzen Eier abgelegt werden. Auf diese Weise kommen immer wieder junge Sittiche ins Tierheim, die dann paarweise weitergegeben werden. Nach dem Tierschutzgesetz ist die Einzelhaltung von allen diesen Vögeln verboten. Eine besondere Lebensqualität entsteht durch den Freiflug, denn schließlich haben auch Sittiche ihr Flügel nicht ohne Sinn bekommen.









