Leider haben es besonders Ratten, Chinchillas und Degus sehr schwer, ein neues Zuhause zu finden. Viele Menschen haben Vorurteile oder falsche Vorstellungen den Tieren gegenüber. Ratten sind eklig und meist krank, Chinchilla schlafen nur und man kann sowieso nichts mit ihnen anfangen und „Last but not least“ Degus sind schon lange nicht mehr im Trend. Was wirklich in den Tieren steckt möchten wir euch aus eigener Erfahrung berichten.

Chinchillas:

 Das größte Vorurteil, dass die meisten Menschen gegenüber Chinchillas haben: „Die schlafen nur, mit denen kann man nichts machen und sie sind langweilig!“ Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man selbst einen sehr scheuen Chinchilla gut mit einer Leckerei bestechen und mit viel Geduld sein Vertrauen gewinnen kann. Die meisten Chinchillas lassen sich brav aus der Hand füttern und wenn sie sich an einen Menschen erst einmal gewöhnt haben, kommen sie meist schon voller Freude aus Ihrem Haus gestürmt, in der Hoffnung, eine Leckerei abstauben zu können. Am frühen Vormittag und gegen Abend kann man die Chinchillas gut beobachten, in dieser Zeit werden sie langsam munter und beginnen herumzutollen und zu klettern.  Über Freilauf in Ihren aktiven Phasen freuen sich die bewegungsfreudigen Tiere sehr. Man wird sehen, wie die Tiere einen neugierig beschnuppern und Kontakt suchen. Umso öfter man sich mit den Tieren beschäftigt, umso zutraulicher werden diese, das Einzige was man braucht ist viel Ruhe, Zeit und Geduld. Nachmittags schlafen die Chinchillas meistens und sollten daher in Ruhe gelassen werden. Wie die meisten Kleintiere mögen es Chinchillas grundsätzlich nicht gekuschelt oder angefasst zu werden. Jedoch gibt es auch Tiere, die sich nach längerem Üben und viel Geduld daran gewöhnen und es sogar genießen hinter den Ohren oder am Kopf gekrault zu werden.

Degus:

Vor einigen Jahren waren diese niedlichen Nagetiere voll im Trend- jeder verliebte sich in sie, doch der Hype um die süßen Nager hat bereits sein jähes Ende gefunden. Die Strauchratten können überaus zutraulich werden, aber natürlich nicht von heute auf morgen. Mit Geduld und Ruhe kann man die Tiere so trainieren, dass sie einem von selbst auf die Schulter hopsen und schnell daher gelaufen kommen, um eine Leckerei abzustauben. Die Tiere gewöhnen sich immer mehr an „Ihren“ Menschen und finden es toll beschäftigt und bespaßt zu werden. Degus finden es total spannend, zum Beispiel in Zeitung eingepacktes Futter zu befreien, oder eine Haselnuss aus ihrer Schale zu lösen. Nicht nur die Degus haben große Freude, es ist auch für den Halter sehr spannend und amüsant dabei zuzusehen.

Ratten:

Neugierig, aufgeweckt und frech, so beschreibt man Ratten am besten. Anfangs noch recht zurückhaltend, können Ratten sehr zutraulich gegenüber ihrem Besitzer werden. Jede Ratte hat ihren eigenen Charakter: Unser Zoro“ im Tierheim zum Beispiel liebt es neugierig auf den Pflegern herum zu klettern, mag es aber überhaupt nicht angefasst oder gar hochgehoben zu werden. Unser „Akito“ ist ein richtiger Kuschelbär, egal ob am Kopf kraulen, hochheben, oder auf der Schulter sitzend durchs ganze Tierheim spazieren, alles kein Problem für unseren Rattenmann. Wichtig ist, wie bei allen Tieren, Ruhe, Geduld und Einfühlungsvermögen. Ratten brauchen meistens länger um Vertrauen zu fassen, doch wenn man ihnen diese Zeit und Geduld gibt, wird man in jedem Fall belohnt.

Auch unsere meist unbeachteten Schützlinge, freuen sich über mehr Interesse und vielleicht auf ein neues Zuhause.