Das Aussterben der Insekten

Nicht nur im tropischen Regenwald oder den Ozeanen sterben jeden Tag Tier- und Pflanzenarten aus. Auch direkt vor unserer Haustür ist die Biodiversität akut bedroht. Dabei kommt einem die scheinbar unendliche Vielfalt an Insekten gerade in den Sommermonaten doch schnell einmal lästig vor. Wespen am Eis, Fliegen in der Wohnung oder Mücken am lauen Spätsommerabend.

Doch Klimawandel, Verschlechterung der Lebensraumqualität und Co. setzen immer mehr Arten auf die sogenannte „Rote Liste“, eine Liste der vom Aussterben bedrohte Arten. Und dabei hat jedes einzelne Insekt eine enorm wichtige Funktion und trägt einen entscheidenden Beitrag zu unseren Ökosystemen bei.

Warum sind Insekten so wichtig?

Zum einen dienen Insekten vielen Tieren als Nahrungsgrundlage. Vögel, beispielsweise, benötigen sie als eine wichtige Eiweiß-Quelle für die Jungtieraufzucht. Eine geringere Insekten-Anzahl führt dazu, dass die Elterntiere weniger Proteine zu sich nehmen, dadurch schwächer werden und weniger Eier legen. Somit nimmt durch die sinkende Insektenvielfalt über die Zeit auch der Vogelbestand ab.

Andererseits wirken viele Insekten als Bestäuber und helfen dabei, dass sich Pflanzen vermehren können. Auch für unsere Versorgung mit Nahrung sind sie somit essentiell, da zum Beispiel Gemüsesorten wie die Zucchini die Hilfe einer Biene zur Bestäubung benötigen, um überhaupt Früchte tragen zu können. Ohne ihre Hilfe würde die Auswahl an Obst und Gemüse auf unseren Tellern erstaunlich gering ausfallen.

Das sind jedoch nur zwei von vielen unterschiedlichen, sehr wichtigen Funktionen, die Insekten für unsere Umwelt haben. Auch die nachhaltige Waldpflege, Schädlingsbekämpfung und viele weitere unverzichtbare Aufgaben erledigen sie tagtäglich für uns. Daher stehen immer mehr Insekten auf der „Roten Liste“ und somit unter Artenschutz. Der Gefährdung dieser Insektenarten muss dringend entgegen gewirkt werden.

Warum sterben die Insekten aus?

Laut dem Biodiversitätsexperten des Bundesumweltamtes, Helmut Gaugitsch, lassen diese Liste sowie weitere Untersuchungen zur Gefährdung der Insektenvielfalt in Österreich keinen Zweifel daran, dass das Insektensterben mit großen Schritten voranschreitet. Zu den Ursachen dafür zählt der Experte den Klimawandel, die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensraumqualität und den Verlust von Lebensräumen *. Die konventionelle Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden, die Urbanisierung und Versiegelung von Grünflächen sind dabei nur einige Beispiele von vielen Faktoren für den Rückgang der Artenvielfalt.

Was kann ich zum Artenschutz beitragen?

Jeder Einzelne kann einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Insekten und somit auch vieler anderer Ökosysteme leisten. Dabei fängt es schon im Kleinen an:

  • Gestalten Sie Ihren Garten tierfreundlich! Egal ob Sie Wildblumen wachsen lassen, eine Ecke mit Gartenabfällen unberührt lassen oder auf Kiesgärten verzichten und dafür große Natursteine als Unterschlupf für tierische Bewohner platzieren – je weniger Eingriffe in die Natur vorgenommen werden, desto wohler fühlen sich Insekten und andere Wildtierarten. Generell gilt: Je größer die Vielfalt der (bevorzugt heimischen) Pflanzen, desto mehr Tiere finden einen Lebensraum.
    Tipp: In der Ausgabe 4/21 unseres Tierschutzkuriers finden Sie viele nützliche Informationen und Tipps für einen tierfreundlichen Garten zum Überwintern!
  • Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngern! Es gibt viele natürliche Ersatzprodukte, die den Tieren und auch Ihnen etwas Gutes tun.
  • Keine Angst vor Insekten! Die meisten Arten in unseren Breitengraden sind vollkommen harmlos und setzen sich nur zur Wehr, wenn sie sich bedroht fühlen (z.B. die Wespe). Hat sich ein Insekt einmal in die eigene Wohnung verirrt, können Sie es ganz einfach behutsam einfangen und wieder hinausbegleiten.

 

Wenn es also um den Schutz von bedrohten Insektenarten und somit vieler sensibler Ökosysteme und unserer Umwelt geht, gilt vor allem eines: Weniger ist mehr! Nimmt man die Hand aus der Natur und gibt ihr wieder mehr Raum, kann sie viele Dinge ganz von alleine übernehmen und geraderücken. 😊

 

*Quelle: https://www.umweltbundesamt.at/news200928

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