Die Telefone im Tierheim Mentlberg laufen derzeit heiß. Wie jedes Jahr im Herbst häufen sich Fragen zum Thema Igel. Was mache ich mit einem Tier, das besonders klein wirkt? Kann ich den verletzten Igel aus meinem Garten ins Tierheim bringen? Was muss ich beachten, wenn ich einen Igel bei mir zuhause überwintern will? Wir haben bei den Pflegerinnen der Wildtierabteilung nachgefragt und die wichtigsten Tipps bezüglich Igelhilfe zusammengetragen.

Wie erkennst Du, dass ein Igel Deine Hilfe benötigt?

In einigen Fällen ist es offensichtlich: Der Igel hat gut erkennbare Verletzungen, wie sichtbare Wunden am Körper oder verklebte Augen. Oder er ist stark abgemagert, torkelt oder liegt auf der Seite. Ohne Zweifel benötigt das Tier schnellstmöglich Hilfe. Hat der Igel, den Du beobachtest, keine eindeutigen Verletzungen, wirkt aber trotzdem schwach oder kränklich? Wenn Du ihn anfasst, sollte er sich einrollen und seine Stacheln aufstellen. Tut er dies nicht, ist dies in der Regel ein Hinweis darauf, dass er zu schwach ist. Fühlt er sich beim Anfassen kälter an als Deine eigene Hand? Dann ist er unterkühlt – ebenfalls ein Grund zur Soforthilfe.

Ist das Tier weder verletzt noch unterkühlt, wirkt jedoch sehr klein? Das Gewicht des Igels sollte kurz vor Wintereinbruch mindestens 500 Gramm, ab Wintereinbruch dann bereits mehr als 700 Gramm betragen. Wenn man ein besonders klein wirkendes Tier findet und keine Küchenwaage zur Hand hat, kann das Gewicht mithilfe von Obst und Gemüse geschätzt werden:

Keine Küchenwaage zur Hand? Gewicht schätzen mithilfe von Lebensmitteln

 

Der Igel benötigt Hilfe – wie gehst Du vor?

Falls einer der beschriebenen Fälle zutrifft, sollte man mit der Erstversorgung beginnen. Haben sich bereits Fliegeneier und Maden auf dem Tier festgesetzt? Dann sollten diese schnellstmöglich mit einer Pinzette oder einer Zahnbürste entfernt werden. Für die Unterbringung des Igels eignet sich eine Plastikbox oder Kartonschachtel, ausgelegt mit Zeitungspapier. Eine nicht zu heiße, mit einem Handtuch bedeckte Wärmflasche spendet dem Igel die notwendige Wärme. Unbedingt mit hinein sollten auch eine Schale Wasser und Katzennassfutter – dies gilt allerdings erst, sobald der Bauch des Tieres warm ist. Auf keinen Fall sollen Milch, Milchprodukte, Obst oder Gemüse gefüttert werden!

Nach den beschriebenen Erstversorgungsmaßnahmen solltest Du umgehend einen wildtierkundiger Tierarzt oder die Wildtierstation des Tierheim Mentlberg (0660-237 68 40) kontaktieren. Während den Öffnungszeiten des Tierheims können Igel zur weiteren Versorgung vorbeigebracht werden. Da eine Betreuung aller hilfebedürftigen Igel die Kapazitäten der Wildtierstation sprengen würde, ist der Tierschutzverein – und natürlich insbesondere unsere Igel – jedes Jahr dankbar für Überwinterungsplätze, die Privatpersonen anbieten.

Willst auch Du einem Igel einen Platz zum Überwintern schenken? Oder hast Du noch weitere Fragen zum Thema? Die Zuständigen des Tierheim Mentlberg freuen sich über Deinen Anruf!

 

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Bitte vereinbare einen Termin im Tierheim Mentlberg unter: 0512-581451 oder schicke uns eine E-Mail mit deinem Anliegen an: frontoffice@tierschutzverein-tirol.at. 

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