Ist das leise Rascheln unter dem Laubhaufen im Garten ein Igel?

Es ist normal, dass sich die Tiere nun langsam ein Quartier für den Winter suchen und der ein oder andere nutzt die Chance, sich noch einmal so richtig satt zu fressen.

Doch gerade jetzt werden viele Igel beobachtet, die viel zu klein wirken oder sich auch nach Stunden kaum von der Stelle bewegen. Die Anrufe in der Wildtierstation im Tierheim Mentlberg häufen sich deshalb derzeit massiv.

Viele Tierfreunde sind verunsichert und stellen sich die Frage: Welcher Igel braucht jetzt meine Hilfe und was kann ich tun?

Grundsätzlich muss man bei jedem Igel individuell entscheiden, ob er hilfsbedürftig ist oder nicht.

Ein offensichtlich verletztes, krankes Tier, das sichtbare Wunden hat oder sich nicht normal bewegt, wie z.B. ein Bein nachzieht oder sich in einem Draht oder Netzt verfangen hat, muss sofort behandelt werden.

Anzeichen dafür, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt, kann auch sein, wenn es untertags noch einen längeren Zeitraum munter umher läuft – besonders bei Bodenfrost und Schnee.

Möglicherweise ist es noch auf der Suche nach Futter, weil es zu schwach und zu klein für den Winterschlaf ist. Ein guter Ernährungszustand ist für die Igel nun sehr wichtig.

Daher sollte beobachtet werden, ob das Tier eine birnenförmige Figur hat oder es eingefallen aussieht, so als hätte es eine Taille.

Finder können die Tiere auch mit nach Hause nehmen und zur Kontrolle auf eine Küchenwage setzen. Kurz vor Wintereinbruch sollten alle Igel mindestens 500 g auf die Waage bringen, spätestens ab dem Wintereinbruch aber schon mindestens 700 g.

Wer genauer hinschaut und einen Igel in der freien Natur anfasst, kann im besten Fall beobachten, dass er sich sofort einrollt, faucht und die Stacheln aufstellt.

Wirkt er jedoch apathisch und schwach, tut er dies in der Regel nicht. Auch sollte man auf die Augen achten. Sind diese klar und knopfig oder im schlechten Fall verklebt?

Ein eindeutiges Zeichen für ein krankes Tier sind auch hörbare Geräusche wie Röcheln oder Husten.

Ist der Finder sich noch immer unsicher, kann er das Tier in die Hand nehmen und fühlen, ob das Tier unterkühlt ist. Wenn dem so ist, fühlt es sich beim Aufheben kälter an als die eigene Hand.

Als Notunterbringung für Zuhause eignet sich eine Plastikbox oder eine große Kartonschachtel, ausgelegt mit Zeitungspapier. Dazu eine nicht zu heiße Wärmflasche mit einem Handtuch bedeckt.

Unbedingt mit hinein, soll eine Wasserschale und ein Futternapf mit Katzennassfutter. Außer bei einem unterkühlten Igel: dieser darf nicht gefüttert werden!

Wer all diese Punkte berücksichtigt und sich sicher ist, dass der von ihm gefundene Igel Hilfe benötigt, soll mit ihm nach den Erstversorgungsmaßnahmen umgehend zu einem wildtierkundigen Tierarzt oder zur Wildtierstation des Tierschutzvereins für Tirol 1881 im Tierheim Mentlberg.

Zur Versorgung der Igel ist der Tierschutzverein für Tirol 1881 alljährlich auf die Hilfe von Igelfreunden angewiesen, welche durch Pflegeplätze unterstützen können.

Wer Freude daran hat einen Igel zu pflegen, kann sich gerne im Tierheim Mentlberg informieren unter frontoffice@tierschutzverein-tirol.at oder +43 512/ 58 14 51

Kontakt für Rückfragen:

Tierschutzverein für Tirol 1881

Wildtierabteilung: Christina Skupien, Mobil: 0660/ 644 02 08

E-Mail: info@tierschutzverein-tirol.at

Telefon:+43 512/ 58 14 51

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Foto: © Tierschutz Verein für Tirol 1881