Letzte Woche haben wir unter anderem aufgezeigt, wie das Produkt Leder unsere Umwelt belastet und Sie über die fehlende Kennzeichnungspflicht informiert. In dieser Ausgabe möchten wir uns den verschiedenen Tierarten widmen und Alternativen aufzeigen.

Weltweit werden allein rund 1,4 Milliarden Rinder, Ziegen und Schafe für das Naturprodukt getötet. Hinzu kommen noch unzählige andere Tiere. Die meisten kommen aus Asien und Südamerika, die Hautabnehmer sind Europa und die USA. Doch welche Qualen müssen die Tiere erleiden?

Rinder:

Die Kühe werden gefügig gemacht, indem ihnen Chili in die Augen gerieben wird und sie vor lauter Schmerzen und verklebten Augen nichts mehr sehen können

Rinder sind die wohl häufigste Tierart, die der Lederindustrie zum Opfer fallen. Sogar die sogenannten heiligen Kühe Indiens werden dort in illegalen Schlachthöfen und Gerbereien allein ihrer Haut wegen getötet.
Sie bekommen Brandmarker ohne Betäubung ins Gesicht, werden zu Tausenden auf engstem Raum gehalten, tagelang über hunderte von Kilometern getrieben und transportiert, und am Ende erwartet sie alle das gleiche: Der erschreckende und qualvolle Tod in Schlachtstätten.
Aus Indien kommen die meisten Kuhhäute – rund zwei Millionen. Durch die steigende Korruption werden die Tiere in abgelegenen Orten geschlachtet und gehäutet. Noch öfter werden Kühe illegal von Indien nach Bangladesch über hunderte Kilometer geschmuggelt. Der Transport dauert bis zu einer Woche – im Gehen oder auf LKWs, oft ohne Nahrung und Wasser. Brechen sie vor lauter Erschöpfung zusammen, wird ihnen Chili, Tabak oder Pfeffer in die Augen gerieben oder ihnen wird der Schwanz mehrmals gebrochen, damit sie durch die Schmerzen gezwungen werden, weiterzugehen.
Bei Transporten auf Lastwagen werden sie aneinandergebunden, zusammengepfercht und übereinander geschmissen. Viele der Tiere kommen unterernährt, stark verletzt oder tot in den Schlachthöfen an.
Dort wird ihnen nach islamischem Ritus bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschnitten, meist mit einem dreckigen, stumpfen Messer. Lebende Rinder stehen unmittelbar neben sterbenden und gehäuteten Artgenossen in einer Schicht aus Blut, Eingeweiden, Exkrementen und Urin. Teilweise leben sie noch, wenn ihnen die Füße abgehackt und sie gehäutet werden.

Der Dokumentarfilm „37 Grad – Gift auf unserer Haut“ und der Kurzfilm „Leiden für Leder“ zeigen sehr gut auf, welche Missstände in Bangladesch herrschen.

Exoten:
Zebras, Bisons, Haie, Delphine und Elefanten sind nur ein kleiner Auszug aus dem Reich der Exoten.
Kängurus werden z.B. jährlich millionenfach geschlachtet, denn ihre Haut soll besonders geeignet für Fußbälle sein.
Alligatoren und Sträuße werden in riesigen Farmen gehalten und gezüchtet. Sie müssen in viel zu kleinen Gehegen ihr kurzes Leben fristen. Alligatoren und Krokodilen wird bei der Tötung der Hals aufgeschnitten und auf grausame Weise wird versucht, mit Hilfe einer Metallstange ihr Gehirn zu zerstören. Oder sie werden mit Hämmern und Äxten totgeprügelt. Es kommt häufig vor, dass die Tiere nach dem Tötungsversuch einen stundenlangen Todeskampf erleiden und die Häutung bei lebendigem Leib erfahren.
Nach einem Hammerschlag auf den Kopf werden Schlangen, häufig noch lebendig, an einem Haken fixiert, dann wird ihnen ein Wasserschlauch in den Mund geführt. Sie werden mit Wasser vollgepumpt, damit sich die Haut besser löst. Gehäutet und weggeworfen winden sie sich noch und sterben letztendlich an Schock oder Wassermangel – was bei Reptilien mehrere Tage dauern kann.

Obwohl Krokodile Einzelgänger sind, werden sie auf Zuchtbetrieben oftmals mit hunderten Artgenossen zusammengepfercht – dies führt zu extremen Stress und vielen Verletzungen

Die meisten Wildtiere sind illegale Wildfänge und zählen zu den gefährdeten Tierarten.

Hunde und Katzen:
Hunderttausende Hunde- und Katzenhäute werden jährlich in Europa gehandelt. Allein in China werden jedes Jahr ca. zwei Millionen Hunde und Katzen ihrer Felle und Häute wegen getötet und weltweit exportiert.
In Frankreich werden jährlich mehr als 20.000 Katzen für den Hauthandel gestohlen. Die Tierschutzorganisation PETA e.V. zeigte auf, dass bei einer Polizeirazzia in einer Gerberei 1.500 Katzenhäute konfisziert wurden, die für die Produktion von Babyschuhen bestimmt waren.
Viele Produkte aus Hunde- und Katzenleder werden unwissentlich gekauft, da sie häufig vorsätzlich falsch etikettiert werden. Dieses Leder findet man oft in Handschuhen, Gürteln und sogenannten Patches.

Für die chinesische Hundelderindustrie werden Hunde auf der Straße eingefangen und brutal getötet

Ziegen:
Um babyweiche Handschuhe, die sogenannten „Kid Gloves“ herzustellen, werden junge Ziegen unter Umständen bei lebendigem Leib gekocht. Dies soll das Leder besonders weich machen. Auch für Schuhe und andere Kleidungsstücke wird diese Tierhaut verwendet.

Über die Hälfte all dieser Tiere werden für Schuhe aus Leder getötet, dicht gefolgt von Möbeln, Bekleidung und technischem Leder. Ein weiterer wichtiger Abnehmer der Häute ist die Automobilindustrie, die für die Innenausstattung von Autos vor allem auf Rindleder zurückgreift.

Wie kann ich Kunstleder von echtem unterscheiden?

  • FÜHLEN: Kunstleder ist glatter und starrer, während Echtleder meist kühler und weicher ist.
  • SCHNITTKANTEN: Kunstleder hat glatte Kanten, während Echtleder eine raue, grobe, faserige Struktur aufweist.
  • GERUCH: Leder hat häufig einen starken Eigengeruch, während Kunstleder geruchsneutraler ist.
  • STRUKTUR: Echtleder ist oft unregelmäßig, weist einzelne Narben oder dickere Stellen auf und oft sind kleine Haarporen zu erkennen, während Kunstleder gleichmäßig strukturiert und gemustert ist. FOTO 66
  • ÖL-TEST: Echtleder kann Fett oder Öle aufnehmen, wenn man es aufträgt. Bei Kunstleder perlt das Öl an der Oberfläche ab.

Alternativen zum Echtleder:
Mittlerweile gibt es viele Lederimitate, die gut aussehen und dem Echtleder oft zum Verwechseln ähnlich sind. Ob aus synthetischen oder pflanzlichen Materialien – jeder kann das geeignete Produkt für sich entdecken. Recycelte PET-Flaschen, Hanf, Kork, Pilze, Traubenreste sind nur einige Beispiele für tierleidfreie, ressourcenschonende und umweltverträgliche Materialien. Im Internet finden sie unter www.veganemode.info einen Einkaufsführer mit vielen Tipps für ein Shoppen ohne Tierleid.

Denn egal ob aus Hund, Katze, Kuh oder Känguru: Leder verursacht Leiden!

 

 

Quelle Bilder: PETA Deutschland e.V.
Quelle Text: PETA Deutschland e.V., Freiheit für Tiere (freiheit-fuer-tiere.de), Animal.fair, Rettet den Regenwald e.V., albert-schweitzer-stiftung.de

 

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