Wer die Winterruhe von Wildtieren stört, gefährdet deren Überleben –
sogar dann, wenn der Hund bei der Jagd nach Reh, Hase oder Eichhörnchen nicht erfolgreich ist.

Ausgiebige Winterspaziergänge gehören für die meisten Hundebesitzer zu den liebsten Beschäftigungen in der kalten Jahreszeit. Herumtollen im verschneiten Wald oder auf Wiesen ist für den Vierbeiner natürlich ein Vergnügen.

„Mein Hund erwischt eh kein Wildtier“, denken sich dabei die meisten Hundebesitzer. Weil der Hund ja nur so klein ist – oder das flinke Eichhörnchen zu schnell wieder auf einem sicheren Baum.

Doch Achtung: Jedes Aufschrecken kann es für Wildtiere entscheidend erschweren, in einem langen Winter zu bestehen.

Rehe und Eichhörnchen beispielsweise sind winterruhende Tiere, die ihren Stoffwechsel durch geringere Nahrungsaufnahme zurückfahren, um Energie zu sparen. In dieser Zeit wird auch die Körpertemperatur gesenkt. Die plötzliche Notwendigkeit, sich schnell zu bewegen ist mit einer schnellen Erhöhung der Körpertemperatur verbunden – dabei geht viel überlebenswichtige Energie verloren.

Zu vermeiden ist es vor allem, dass der Hund im Unterholz stöbern darf. Die Nähe von Futterkrippen sollte generell vermieden werden.

Wenn ein Tier nun vor einem hetzenden Hund flüchten muss, bedeutet dies einen unnötigen Kräfteverzehr, der – vor allem im Wiederholungsfall – zum Erschöpfungstod führen kann. Auch dann, wenn der Hund bei weitem nicht an das Wildtier herankommen sollte. In der Panik kann es auch vorkommen, dass ein flüchtendes Wildtier abstürzt oder vor ein Auto läuft.

Für den Wald hat dies alles negative Auswirkungen. Denn die Wildtiere müssen den erhöhten Energiebedarf kompensieren, es kommt zu vermehrtem Verbiss junger Bäume, was die Zukunft des Waldes gefährdet.

Auch Wildtiere im Winterschlaf müssen vor unnötigen Störungen geschützt werden. Igel beispielsweise überwintern gerne in Laubhaufen, die sie von September bis Mai bewohnen. Einmal von einem neugierigen Hund aufgestöbert und freigelegt, ist der bewegungsunfähige Igel schutzlos den kalten Temperaturen ausgeliefert und verendet oft an einer Lungenentzündung.

Weit verbreitet ist in Tirol der Siebenschläfer. Er ist ein winterschlafendes Tier und kann leicht von Hunden in tiefliegenden Astlöchern, unter großen Laubbäumen oder Felshöhlen aufgestöbert werden. Haben sie einmal ein zerstörtes Winterquartier verloren, können sie nur mit sehr viel Glück sofort ein neues Quartier finden, um weiterzuschlafen. Der Körper des Siebenschläfers senkt seine Temperatur auf 1 Grad ab und ist auf eine plötzliche Aktivität im Winter nicht eingestellt. Die meisten von Hunden aufgespürten Tiere müssen erfrieren oder verhungern.

Bitte bei den nächsten Winterspaziergängen, Rodelpartien oder Skitouren an die Wildtiere denken!
Die harte Zeit mit Schnee und Frost kann noch lange dauern…

Leinenzwang-Symbolbild

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