Ende April wurde das Zollamt Innsbruck bei Telfs auf einen Transporter aufmerksam. Der Beamte hatte ein komisches Bauchgefühl und veranlasste eine Kontrolle. Dabei wurden im Transporter neun Hundewelpen entdeckt, die in aufeinander gestapelten großen Plastikwannen auf Papierschnippseln und -streifen untergebracht waren. Der Transporter war von der Slowakei auf der Durchreise in die Schweiz.

Die jungen Tiere hatten kein Wasser während des ganzen Transports, waren extrem verdreckt und teilweise farbig angesprüht. Bei einem der Welpen hatten sich Papierstreifen um die Pfote gewickelt.
Da die Altersangaben nicht mit den Impfpässen zusammenpassten, Tollwutimpfungen fehlten und zwei der Welpen kupiert waren, kamen sie zu uns. Etwa 30 Minuten hatten wir Zeit, unsere Quarantäne für die Kleinen vorzubereiten. In ziemlich verschrecktem und eingeschüchtertem Zustand nahmen wir sie in unsere Obhut und versorgten sie zunächst. Die Wasserschüsseln waren schnell geleert und bei zwei der Welpen wussten wir nicht, ob sie überleben würden. Die meisten hatten gesundheitliche Probleme und mussten über Wochen behandelt und versorgt werden. Doch alle haben sich rasch erholt und sind nach und nach aufgetaut.

Die Züchterin aus der Slowakei interessierte es herzlich wenig. Ihr war nur wichtig, dass sie das Geld von den Käufern aus der Schweiz hatte und sie produziert weiter mehrere Rassen, die sie im Internet wie billige Ware verkauft. Einen Monat später wurde erneut ein Transporter von dieser Züchterin aufgehalten und kontrolliert. Doch diesmal konnte weder das Zollamt noch der Amtstierarzt etwas bemängeln. Die Welpen wurden ordnungsgemäß transportiert, hatten alle Impfungen, waren gechippt und das Alter stimmte diesmal auch.

Was unsere neun Kleinen wohl alles mitgemacht haben und wie sie davor aufgewachsen sind, wissen wir nicht. Wir sind froh, dass alle ein gutes Zuhause gefunden haben und nun ein schönes langes Leben für sie bereitsteht.
Schon öfters haben wir über illegale Welpenhändler berichtet und wie grausam oft die Zustände bei den Züchtern sind. Die Tiere sind meist krank und viele überleben es nicht oder haben spätestens ab einem gewissen Alter gesundheitliche Probleme. Viele Welpen und auch ausgewachsene Hunde aus dem Ausland landen zu oft nach kurzer Zeit bei uns in den Tierheimen, da sie entweder der Beschreibung aus dem Internet nicht entsprechen, die Tierarztkosten für die neuen Besitzer nicht tragbar sind oder sie behördlich abgenommen werden, da sie illegal und ohne Tollwutimpfung zu uns einreisen.

Die einzige Möglichkeit, solche grausamen Machenschaften zu stoppen, ist solche Tiere nicht zu kaufen. Auch wenn sie noch so arm aus dem Kofferraum oder auf dem Computerbildschirm dreinschauen und es einem das Herz zerbricht – jeder Welpe und jedes Tier, dass von solchen Vermehrern gekauft wird, schafft Platz, um schnellstmöglich neue Welpen zu produzieren und um die Profitgier der Züchter und Händler zu stillen.

Sollten Sie eine Beobachtung machen, die auf illegalen Welpenverkauf hinweist, bitten wir Sie umgehend die Polizei und/oder den zuständigen Amtstierarzt zu kontaktieren.

 

Neue Öffnungszeiten ab Dezember 2019 im Tierheim Mentlberg

 

Montag bis Freitag von 15:00 bis 17:00 Uhr

Samstag von 14:00 - 17:00 Uhr und nach telefonischer Terminvereinbarung.

Zum Tierheim Mentlberg

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