Leider müssen wir feststellen, dass es trotz des seit Jahren geltenden Kastrationsgesetzes immer wieder
Einsätze gibt, die uns an unsere Grenzen stoßen lassen. Für unsere Außendienstmitarbeiter ist es Routine, regelmäßig Streunerkatzen einzufangen, um sie kastrieren zu lassen. Zum Jahresende erhielten
wir aber noch derart viele Meldungen von Bauern, da sie der Katzenpopulation auf ihren Höfen
nicht mehr Herr wurden. Auf einem Bauernhof wurden uns neun Katzen gemeldet – letztendlich waren es 16.
Ein weiterer ergreifender Fall war ein Hof, an dem sage und schreibe 28 Streunerkatzen hausten, davon waren nur sieben kastriert. Das Resümee von nur zwei Wochen im Dezember: 65 Katzen wurden eingefangen, zum Kastrieren gebracht und teilweise zusätzlich tierärztlich behandelt, weil ihr Gesundheitszustand katastrophal war.

Eine nicht unwesentliche Anzahl der noch recht jungen eingefangenen Katzen litt unter Katzenschnupfen
und Herpesvirus. Nur ein kleiner Teil von ihnen konnte zur weiteren Beobachtung und Behandlung im Tierheim Wörgl untergebracht werden. Leider waren einige Tiere bereits so sehr geschwächt, dass wir sie nicht mehr retten konnten.

An einem anderen Platz wurden sieben von der Katzenmutter verlassene Babykatzen gefunden, die
erbärmlich schrien. Alle Kleinen wurden mitgenommen, doch wie sich schon bald herausstellte, litten
sie unter dem FIP-Virus, der leider immer tödlich endet. Es ist sehr traurig für uns, mit ansehen zu müssen, welchem Leid die hilflosen Tiere ausgesetzt sind. Wer schon einmal einen Bauernhof mit vielen unkastrierten Streunerkatzen gesehen hat, weiß um ihr elendes Dasein. Leben kann man es nicht nennen. Es ist ein trauriges Dahinvegetieren, eine Massenweise Streunerkatzen – trotz Kastrationsgesetz

Suche nach Futter und der tägliche Kampf ums pure Überleben. Leider ist die Anzahl der Bauern, die auf den Gesundheitszustand der Katzen achten, sie füttern und auch tierärztlich behandeln lassen, bedenklich gering. Denn Katzen sind keine Nutztiere, sollen gefälligst Mäuse fangen und das war’s dann auch.

Apropos „Mäuse fangen“: Der Mythos, dass kastrierte Katzen keine Jäger mehr sind, ist immer noch bei vielen verankert. Es wird nur selten bedacht, dass bei einer großen Population von Streunerkatzen das Risiko der Übertragung von Krankheiten oder Parasiten auf Nutztiere und sogar Menschen unaufhaltsam ist. Oft erlebt man sein blaues Wunder. Nämlich dann, wenn man in dem Irrglauben lebt, nur ein paar Streunerkatzen am Hof zu haben. Sie vermehren sich unaufhaltsam, verstecken sich und es kommt rasch zur Überpopulation.

Bereits seit 2005 ist es nach dem österreichischen Tierschutzrecht verpflichtend, Freigänger-Katzen kastrieren zu lassen. Seit 2016 müssen auch die vorher ausgenommenen Tiere in „bäuerlicher Haltung“ – auch zugelaufene Streunerkatzen – kastriert werden.

Melden Sie sich daher bitte rechtzeitig, wenn Sie Streunerkatzen am Hof haben. Der Tierschutzverein für Tirol steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Neue Öffnungszeiten ab Dezember 2019 im Tierheim Mentlberg

 

Montag bis Freitag von 15:00 bis 17:00 Uhr

Samstag von 14:00 - 17:00 Uhr und nach telefonischer Terminvereinbarung.

Zum Tierheim Mentlberg

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