Wolfsmanagement: Herdenschutz und Prozessschutzgebiete als Lösungsansätze

Aufgrund von mehreren Wolfsrissen in den letzten Wochen und Monaten in Tirol nehmen Diskussionen über den Abschuss von Wölfen zu. Diese verlaufen meist sehr emotional, und dabei wird den Tierschützern und generell den Menschen, die eine Rückkehr des Wolfes befürworten, oft mangelnde Empathie für das Leid der Weidetiere vorgeworfen.

Der Tierschutzverein für Tirol sieht den Tierschutzgedanken naturgemäß umfassend und lehnt gerade deshalb das „Ausspielen“ von Tierarten vor dem Hintergrund von Nutzungsinteressen ab. Der Wolf ist grundsätzlich eine heimische Tierart. Der Tierschutzverein begrüßt deshalb seine Rückkehr durch natürliche Ausbreitung, ist sich aber bewusst, dass diese ein gutes Wolfsmanagement erfordert. Dieses kann nicht vorrangig in Abschüssen bestehen, sondern erfordert Aufklärungsarbeit, Herdenschutzmaßnahmen und die Schaffung bzw Sicherung großflächiger und durch Korridore verbundener geschützter Wildlebensräume (Prozessschutzgebiete). In diesem Zusammenhang begrüßt der Tierschutzverein die geplante Bereitstellung von Mitteln für den Herdenschutz durch das Land Tirol.

Als wesentliches Argument für eine geforderte – von Österreich aber gar nicht zu entscheidende – Senkung des Schutzstatus und den Abschuss des Wolfs dient stets der Schutz der Weidetiere und die notwendige Gefahrenabwehr für den Menschen. Klarheit in der Diskussion kann dabei der Blick auf die Grundsätze des Tierschutzgesetzes schaffen. Darin geht es um die Verhinderung von unnötigem Tierleid und die Verantwortung des Tierhalters. Letztere ist im Fall der Weidetiere als potenzielle Opfer von einwandernden Wölfen im § 19 klar geregelt. Der verpflichtende Schutz vor Raubtieren und sonstigen Gefahren trifft den Tierhalter. „Soweit möglich“ bedeutet dabei im Rahmen von Verhältnismäßigkeit und Zumutbarkeit.

Dass Herdenschutzmaßnahmen aufwändig sind, steht außer Zweifel. Sie aber kategorisch abzulehnen und lediglich ein „wolfsfreies Tirol“ zu fordern, ist auch angesichts der Unterstützungsangebote des Landes für Schutzmaßnahmen nicht gerechtfertigt. Der Tiroler Schafzuchtverband fordert in seiner Petition an den Nationalrat eine Distanzierung vom Herdenschutz und im Ergebnis einen Vorrang im Tierschutz für Weidetiere. Aus der Sicht des Tierschutzvereins für Tirol ist das nicht hilfreich und geht an der Realität vorbei. Herdenschutz einfach abzulehnen bedeutet letztlich, Wolfsrisse in Kauf zu nehmen.

Innsbruck, 23.06.2020

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