Trifft man im Sommer zwischen Mai und August auf zwei Igel, die augenscheinlich miteinander kämpfen, so wird man Zeuge des sogenannten „Igelkarussells“, die Paarungszeremonie der Igel. Dabei stößt die Igel-Dame ihren Verehrer für eine gewisse Zeit mit aufgestellten Stirnstacheln zurück, bis sie nachgibt und vom Männchen bestiegen wird. Es handelt sich bei einem derartigen Zusammentreffen also nicht um eine gewaltvolle Handlung und es sollte keinesfalls eingegriffen werden!

Begegnet man in den Sommermonaten einem großen, beleibten Igel, der tagsüber umherwandert und Nestmaterial sammelt, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Igel-Mama kurz vor der Geburt. Es kommt oft vor, dass Igel-Mütter spät dran sind mit dem Nestbau, daher zieht sich diese Tätigkeit bei den nachtaktiven Stachelfreunden gerne auch mal in den Tag hinein.

Dabei ist die Wahl ihres Nistortes entscheidend für die erfolgreiche Jungtieraufzucht. Um eine störungsfreie Zeit mit ihren Babys zu haben, wählen die Igel im besten Fall ein undurchdringliches Gebüsch. Oft kommt es aber vor, dass die Igel-Mama einen nur scheinbar sicheren Ort für ihr Nest auswählt und dieses beispielsweise hinter einem an die Wand gelehnten Liegestuhl errichtet. Sobald die ersten Sonnenstrahlen dann zum Sonnenbad im Garten einladen, wird das Nest aufgedeckt und ein großer Igel mit mehreren kleinen Igel-Babys schauen einem ängstlich entgegen.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich aus Versehen ein Igelnest mit Jungen aufgedeckt oder zerstört habe?

  • Das Nest vorsichtig wieder zudecken und sofort zurückziehen.
  • Das Verhalten der Igel-Mama aus der Ferne (!) beobachten.

Wenn das Nest unberührt ist, besteht eine hohe Chance, dass die Igelin sich wieder beruhigt und ihre Babys weiterhin versorgt. Ist das Nest zerstört, besteht noch die Möglichkeit, dass die Mutter das Nest wieder aufbaut oder aber ihren Nachwuchs in ein anderes Nest umsiedelt.
Dauert die Störung jedoch an, kann es leicht passieren, dass die Igelin ihre Kleinen verlässt. Auch die gut gemeinte Nähe des Menschen ist hier oft schon fatal, denn im Großteil der Fälle bedeutet dies den sicheren Tod für die Jungen..

  • Nur aktiv eingreifen, wenn Igel-Säuglinge außerhalb eines Nestes, z.B. frei auf einer Wiese, liegend vorgefunden werden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Babys von der Mutter verlassen wurden.

Was tun mit mutterlosen Igel-Babys?

  • Die kleinen Igel vorsichtig mit einer Decke aufnehmen und ins Haus tragen.
  • Eine mit lauwarmem Wasser gefüllte Wärmeflasche in eine Kartonschachtel legen und die Wärmeflasche mit einem Küchentuch bedecken.
  • Die Igel-Babys auf dieses warme „Wasserbett“ legen und sie mit einem weiteren Küchentuch vorsichtig zudecken.

Ab jetzt brauchen die Kleinen Hilfe durch Fachpersonen. Setzen Sie sich daher so schnell wie möglich mit einer Igelstation, dem nächsten Tierarzt oder dem Tierschutzverein in Verbindung.

Diese kleinen Stachelkerle brauchen keine menschliche Hilfe

Die Jungigel erkunden ab einem Alter von ca. 3,5 Wochen selbstständig die nähere Umgebung ihres Nestes. Diese Erkundungstouren erfolgen meist ohne Mutter, da sie in weiterer Distanz zum Nest nach der nächsten Mahlzeit sucht. Die Igel-Jungen sehen in diesem Alter bereits wie fertige, aber noch sehr kleine Igel aus und wiegen etwa 150-200g. Die Mutter säugt die Kleinen noch weitere 2,5 Wochen, bis sie dann in einem Alter von 6 Wochen ganz auf sich allein gestellt sind.

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