Letzte Woche haben wir eine regelrechte Marderflut bekommen. Insgesamt SIEBEN Stück sind in unserer Station eingetroffen!

Dabei möchten wir besonders auf die Geschichte von Toad und Toadette aufmerksam machen.

Gemeinsam mit ihrer Familie lebten die zwei Jungtiere in einem Dachboden in Fritzens. Die Mardermama bewohnt diesen laut der Hausbesitzerin bereits jahrelang und hat dort bereits mehrere Marderbabys großgezogen. Dieses Jahr wurde der Familienalltag der Tiere jedoch durch ein traumatisches Ereignis unterbrochen. Die Hausbewohner fühlten sich vom Geruch und den typisch lauten Marderschreien gestört. Zudem machen die Tiere sehr gerne Dreck und Dämmmaterial wird gerne zum Bau von Höhlen zweckentfremdet. Als grausame Lösung der Bewohner wurde der Dachboden ausgegast, und das junge Familienglück der Tiere entwickelte sich abrupt zu einem tödlichen Albtraum. Die Finderin entdeckte am Folgetag ein verzweifelt schreiendendes Marderjunges auf ihrer Terrasse. Sie hasse diese Tiere zwar, das Baby täte ihr aber dennoch leid, erklärte sie uns, als sie den kleinen Toad zu uns brachte. Das Muttertier dürfte mit dieser Aktion verscheucht oder gar getötet worden sein. Unsere Bitte, auf dem Dachboden nach mehreren Überlebenden zu suchen, sei zu viel Arbeit gewesen.

Am Folgetag ereignete sich jedoch ein kleines Wunder und ein weiteres Marderbaby landete auf der Terrasse der Dame und wurde zu uns gebracht. Toadette war jedoch in einem sehr viel schlechteren Zustand als ihr Bruder und sehr geschwächt. Am Video lässt sich erkennen, dass sie kaum noch ihren Kopf hochheben kann. Ob die zwei eine Vergiftung erlitten hatten, können wir nicht beurteilen.

Wenn Marderbabys längere Zeit unversorgt sind, laufen sie aus Hunger und Angst sehr unruhig herum und suchen sehnlichst ihre Mama. Dabei fallen sie häufig aus ihren Höhlen heraus und können somit gefunden werden.

Toad und Toadette geht es mittlerweile wieder besser. Sie sind jetzt ca. 6 Wochen alt und mit unserer – nach Super-Mario Figuren benannten – Mardergruppe im Gehege.

 

Es muss hinzugefügt werden, dass es weitaus humanere Lösungen für dieses Problem gegeben hätte. Da den Bewohnern ja schon länger bekannt war, dass ihr Dachboden von Mardern bewohnt wird, hätte man auch die Zeit aufbringen können, sich mehrere Informationen zu holen.

Das ganze Vorgehen der Hausbesitzer war natürlich auch illegal!  Tiere, die man loswerden will, einfach zu vergiften ist natürlich strafbar. Zudem unterliegen Marder dem Jagdrecht und somit kann der Jäger entscheiden was mit ihnen passiert. Dieser hätte sie auch schießen dürfen (Marder haben leider keine Schonzeit). Kein vernünftiger Jäger würde jedoch ein Muttertier schießen. Auch das Umsiedeln von Mardern durch Privatpersonen ist strafbar. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr gängige Methode, die Tiere mit einer Lebendfalle zu fangen und in einen Wald zu bringen. Da Marder jedoch sehr revierbezogen sind, haben sie in einem anderen Gebiet leider keine Überlebenschance.

Wir empfehlen immer die Jungtierzeit abzuwarten und im Herbst, sobald die Jungen ausgezogen sind, den Dachboden (oder ähnliches) für Marder unzugänglich zu verschließen. Das „Marderproblem“ lässt sich leider auch durch Aussiedelung nicht beheben – geht ein Marder, so wird bald der Nächste einziehen. Ursache ist auch hier schwindender Lebensraum und die Suche nach einem trockenen und warmen Zuhause um ungestört die Jungtiere aufzuziehen oder selbst zu überwintern. Sollte man nicht bis zum Herbst warten können, so bieten einige Firmen zur Schädlingsbekämpfung ein Streugranulat, zur Fernhaltung von Mardern (und anderen Nagern), an. Dieses verscheucht die Tiere, und im Normalfall zieht das Muttertier gemeinsam mit den Jungen um. 

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