In sozialen Medien millionenfach geliked, in Wohnzimmern oft fehl am Platz: Der Trend zu Modekatzen wie Bengal- oder Faltohrkatzen reißt nicht ab. Anlässlich des Weltkatzentags am 8. August möchten wir auf die Schattenseiten dieser Rassen aufmerksam machen.

Exotik im Wohnzimmer: Hybridkatzen

Ihr Leopardenmuster, ihr athletischer Körperbau oder der Hauch von Wildnis – Hybridkatzen wie die Bengalen faszinieren. Als Kreuzungen zwischen Haus- und Wildkatzen ist ihre Haltung in Österreich erst ab der fünften Generation und unter bestimmten Auflagen erlaubt – ein Umstand, der unseriöse Züchter jedoch oft nicht daran hindert, bereits frühere Generationen illegal weiterzugeben.

Die Zucht selbst ist mit erheblichem Stress und Leid für die Tiere verbunden. Die körperlich unterlegene Hauskatze leidet bei der Paarung, Fehlgeburten oder schwere Komplikationen sind keine Seltenheit. Auch im Alltag bleibt der Wildtiercharakter spürbar: Hybridkatzen haben einen ausgeprägten Bewegungs- und Jagdtrieb, brauchen sehr viel Platz, Beschäftigungs- und Klettermöglichkeiten – deutlich mehr als klassische Hauskatzen. Bleiben diese Anforderungen unerfüllt, kommt es nicht selten zu Verhaltensauffälligkeiten.

WENN DAS „NIEDLICHE“ KRANK MACHT: QUALZUCHTEN

Mindestens genauso besorgniserregend wie der Trend zu Hybridkatzen ist die zunehmende Verbreitung sogenannter Qualzuchten – also Zuchten, bei denen bestimmte äußerliche Merkmale gezielt verstärkt werden, obwohl sie mit erheblichen gesundheitlichen Problemen für die Tiere einhergehen.

Ein besonders tragisches Beispiel ist die Schottisch Faltohrkatze: Ihre typischen nach vorne geklappten Ohren resultieren aus einem vererbten Gendefekt, der jedoch auch zu Knochen- und Gelenkverformungen und damit zu lebenslangen Schmerzen führt. Doch sie sind kein Einzelfall.

Auch andere „exotische“ Rassekatzen leiden unter den Folgen von Qualzucht: Perserkatzen etwa haben aufgrund ihrer extrem kurzen Schnauze häufig mit Atemnot und Zahnfehlstellungen zu kämpfen. Munchkin-Katzen mit ihren unnatürlich kurzen Beinen sind besonders anfällig für Gelenkfehlbildungen und Bandscheibenvorfällen – um nur einige Beispiele von vielen zu nennen.

© Restaurant Olive

Unser Appell: Augen auf bei der Anschaffung von Haustieren!

Trends kommen und gehen – Tierleid bleibt. Wer Tiere liebt, sollte sich vor der Anschaffung umfassend über deren Bedürfnisse informieren, anstatt sich von äußeren Merkmalen blenden zu lassen. Exotik, besondere Optik und „Instagram-Tauglichkeit“ dürfen niemals über dem Wohlergehen eines Lebewesens stehen. In den Tierheimen in Tirol warten viele wundervolle Katzen unterschiedlichster Art – darunter auch solche mit besonderen Anforderungen – auf verantwortungsvolle Menschen, die ihnen ein neues Zuhause schenken.