Jedes Jahr im Frühjahr werden Igel, die in den Herbst- und Wintermonaten zum Überwintern zu uns ins Tierheim gebracht werden, wieder ausgewildert. Meist werden sie dafür wieder dorthin zurückgebracht, wo sie von Tierfreunden gefunden wurden. Manche Tiere benötigen allerdings ein neues Plätzchen, an dem sie ein igelgerechtes Leben führen können.

Um einen Igel an sein neues Lebensumfeld zu gewöhnen, benötigt es ein wenig Hilfe von Igelfreunden. Eine wichtige Grundvoraussetzung ist ein geeigneter Garten, der so naturnah wie möglich gestaltet sein sollte. Hecken und Büsche sind sehr wichtig zum Nisten und bieten eine gute Lebensgrundlage für Nahrung. Der Garten sollte nicht allzu gründlich aufgeräumt und behandelt werden (niemals chemisch), denn so findet der Igel unzählige Krabbeltiere. Es sollte nur ein Teil des Gartens gemäht werden, damit wichtige Insekten nicht verloren gehen. Natürliche Versteckmöglichkeiten wie Laub- oder Reisighäufen sollten ebenfalls nicht entfernt werden.

KURZ VORAB: Was muss beachtet werden?

  • Durchgänge zu anderen Gärten müssen vorhanden sein. Dafür müssen Zäune entweder weit genug vom Boden entfernt sein oder an manchen Stellen mit mindestens 10×10 cm Durchgängen versehen werden. Bei zu grobmaschigen Zäunen können sich Igel wieder verfangen.
  • Wasserstellen müssen zur Verfügung stehen, sollten jedoch gesichert sein. Ein Beispiel wäre eine flache Aufstiegsmöglichkeit in einem Teich, da der Igel von alleine nicht mehr herauskommen würde.
  • Außentreppen sollten mit Zwischenstufen (z. B. in Form von Ziegelsteinen) versehen werden.
  • Mähroboter stellen eine große Gefahr für den Igel dar!

WIE SOLLTE DAS FREIGEHEGE AUSSCHAUEN?

In einem geschlossenen Freigehege wird der Igel etwa 1-2 Wochen gehalten. Danach wird das Gehege geöffnet, der Igel jedoch noch weitere 2 Wochen gefüttert. So hat er die Möglichkeit, auf eine sichere Futterquelle zurückzugreifen, während er sein neues Umfeld kennenlernen darf. Damit der Igel selbstständig wird, darf er nach diesen zwei Wochen nicht mehr weitergefüttert werden. Schließlich soll ja erreicht werden, dass er wieder selbst auf die Jagd nach Insekten geht.

Als Freigehege für die Igelauswilderung eignet sich ein geschlossenes Kleintiergehege. Wenn man dies nicht besitzt, kann auch selbst eines gebaut werden. Wichtig ist dabei, sich an Folgendes zu halten:

  • Größe von mindestens 2qm haben
  • ebene Fläche
  • schattiger Standort, keine direkte Sonneneinstrahlung
  • verhindern, dass Igel entkommen kann (z. B. Abdeckung darüber, oberen Rand mit Klebeband versehen)

Gerne kann dabei auch improvisiert werden – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

SCHLAF- UND FUTTERHAUS

Das Schlafhaus sollte nicht zu nah am Rand des Geheges platziert werden, da der Igel sonst aus dem Gehege steigen könnte (Igel sind wahre Ausbruchskünstler ;-)). Das Igelhaus sollte bestenfalls aus Holz bestehen, welches man entweder im Handel kaufen oder selbst bauen kann. Der Eingang sollte zwischen 10×10 und 12×12 cm groß sein. Als Nistmaterial eignet sich Stroh.

Um „Mitfresser“ zu vermeiden, sollte das Futter nicht einfach im Freien herumstehen. Als Futterhaus eignet sich eine niedrige Plastikkiste, die mit Steinen oder Ähnlichem beschwert werden sollte. Zusätzlich kann mithilfe eines Ziegel- oder Backsteins ein Gang errichtet – wichtig dabei ist, dass ein Durchgang von ca. 10 Zentimetern frei bleibt. Das Futterhaus sollte dann täglich zur Dämmerung mit einer Schale hochwertigen Katzennassfutters befüllt werden.

Du hast die Möglichkeit, einen in deinem Garten auszuwildern? Dann melde dich bitte bei den Mitarbeitenden unserer Wildtierauffangstation unter der Nummer 0660-237 68 40.

 

Bildquellen: www.pro-Igel.de; www.igelzentrum.ch; urban-growing.net; blog.mytoys.de; www.garten-fraeulein.de

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